Überblick über das TTN Translation Management System

Historischer Hintergrund und frühe Innovationen

1988 brachte TTN den wahrscheinlich ersten Übersetzungsserver der Welt auf den Markt. Es wurde in Assembler und C geschrieben und lief über ein 1200-Baud-Hayes-Modem auf einem Rechner mit nur 640 KB Speicher. In den frühen 1990er Jahren wurde diese Innovation mit mehreren renommierten Softwarepreisen ausgezeichnet. Einer der ersten Kunden, der das System einsetzte, war das Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF in Davos. Das System kann Übersetzungsaufträge zu jeder Tageszeit vollautomatisch weiterleiten und ist daher besonders wertvoll für Kunden mit hohen Anforderungen an schnelle Turnaround-Zeiten.

Entwicklung zu einem KI-gesteuerten TMS

In den vergangenen vier Jahrzehnten hat TTN diese Technologie kontinuierlich zu einem leistungsstarken und umfassenden Translation Management System (TMS) weiterentwickelt. Das Alleinstellungsmerkmal des Systems ist sein vollautomatischer, KI-gesteuerter Betrieb, der viele Projektmanagementaufgaben effizienter erledigt als ein menschlicher Manager. Das TTN TMS bietet zahlreiche Funktionen, die derzeit in keinem anderen System verfügbar sind.

On-Premises-Architektur für höchste Sicherheitsanforderungen

Die aktuelle Version des TTN TMS-Systems wird on Premise in einem Hochsicherheitsrechenzentrum in Genf eingesetzt. Es kann auch als Hybridsystem betrieben werden, das teilweise auf Microsoft Azure Cloud Services gehostet wird. Diese Konfiguration wurde gewählt, da zahlreiche Auftraggeber aus dem Bereich der Medizin und börsenkotierter Unternehmen verlangen, dass ihre Daten nicht in einer von den USA kontrollierten Cloud-Infrastruktur gespeichert werden.

Unternehmensstruktur und KI-Kompetenz

Die TTN TMS-Software wurde von der Firma Extran AG in Genf entwickelt. Seit 2006 besitzt Extran auch eine auf KI spezialisierte Tochtergesellschaft, Keybot GmbH, die ein proprietäres System zur Umwandlung mehrsprachiger Websites in Translation Memories entwickelt hat.

Merkmale und Systemfähigkeiten

Das KI-gestützte TSM von TTN verwendet einen CATT-Container-Ansatz, um mehrere Übersetzungstools von Drittanbietern zu integrieren, anstatt sich auf ein einziges proprietäres System zu verlassen. Es integriert nahtlos RWS GroupShare – eines der leistungsstärksten Translation Memory (TM)-Systeme – und unterstützt sowohl einen Online-Editor als auch Trados Studio. Diese Lösung stellt eine stabile Performance bei Übersetzungsspeichern mit Millionen von Segmenten sicher, wo andere Systeme häufig an Performance-Grenzen stossen.

Workflow-Automatisierung und Effizienz

Das System ist so konzipiert, dass die Erstellung einer Übersetzung von Anfang bis Ende nur neun Klicks erfordert. Das Verfahren wurde so konzipiert, dass es äusserst effizient und benutzerfreundlich ist:

  • 3 Klicks des Kunden zur Erstellung und Übermittlung der Bestellung.
  • 3 Klicks des Übersetzers, um die Datei anzunehmen, zu übersetzen und zu liefern.
  • 3 Klicks des Korrekturlesers zur Überprüfung und Fertigstellung der Übersetzung.

Dieser straffe Arbeitsablauf minimiert den Verwaltungsaufwand und sorgt dafür, dass Projekte von der Anfrage bis zur Lieferung in kürzester Zeit reibungslos ablaufen und nur selten ein direktes Eingreifen des Übersetzungsmanagers erforderlich ist.

Tritt ein Problem oder eine aussergewöhnliche Aufgabe auf, benachrichtigt das System den Übersetzungsmanager unverzüglich per WhatsApp, SMS oder E-Mail. Die meisten Fälle können zeitnah und effizient bearbeitet werden – auch über mobile Endgeräte –, wodurch ein unterbrechungsfreier Betrieb und ein kontinuierlicher Projektablauf sichergestellt werden.

Ungefähr 98 % der Routineaufgaben können über einige einfache Webformulare abgewickelt werden. Das TMS von TTN bietet jedoch auch über 600 spezielle Formulare für die Verwaltung komplexer Fälle oder besonderer Anforderungen. Die Nutzung dieser erweiterten Formulare ist erfahrenen Benutzern vorbehalten und erfordert eine entsprechende Schulung.

Sprachunterstützung und Benutzeroberfläche

Das TTN-System unterstützt Übersetzungen in über 150 Sprachen. Die kundenorientierte Benutzeroberfläche ist in 63 Sprachen verfügbar und gewährleistet damit eine weltweite Zugänglichkeit für Kunden.

Integration mit GroupShare und AI-Tools

TTN hat im Rahmen seiner KI-Initiativen eine eigene Übersetzungssuchmaschine namens Keybot entwickelt. Das unternehmenseigene KI-Team (Keybot GmbH) hat darüber hinaus eine proprietäre API für SDL Trados entwickelt, die auf konversationeller KI basiert und die Qualität sowie Konsistenz von Übersetzungen signifikant verbessert.